Umgang mit Medien: Darf mein Kind die WM schauen?

Fernbedienung, Foto: Andreas Morlok pixelio.de

Fernbedienung, Foto: Andreas Morlok pixelio.de

WM-Zeit ist Fernsehzeit. In vielen Familien wird derzeit darüber diskutiert, ob und ab welchem Alter der Nachwuchs die abendlichen Übertragungen mit anschauen darf.

Ab einem gewissen Alter kann hier sicherlich einmal eine Ausnahme gelten, vor allem wenn der eigene Sprössling Fußballfan ist, oder gar in einem Verein mitspielt. Doch grundsätzlich sollte der Medienkonsum für Kinder und Jugendliche einer genauen Regelung unterliegen.

Fernsehzeiten für Kinder beschränken

Der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Dieter F. Braus erklärt, dass klare Regeln zur Mediennutzung unabdingbar sind. So sollten Eltern genau festlegen wie lange ihre Sprösslinge fernsehen und welche Sendungen geschaut werden dürfen. In einem Interview wies er darauf hin, dass diese Zeiten nicht nur für den Fernseher gelten, sondern auch für die Handynutzung, oder den Computerumgang. Mehr noch: Eltern sollen sich schon lange vorher, bevor die Kinder diese Medien überhaupt nutzen, darüber Gedanken machen und diese Regeln aufstellen. Für die Klassen 6, 7 und 8 empfiehlt der Professor höchstens zwei Stunden, davon sind bereits dreißig Minuten für die Nutzung eines Smartphones mit eingerechnet. In der Oberstufe sollen die Teenies höchstens drei Stunden am Tag mit dem Computer umgehen. Die Nutzung für ehrenamtliche und schulische Aufgaben nimmt er davon aus.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2009 verbringen Teenies an jedem Tag einer Sieben-Tagewoche rund 7,38 Stunden mit der Nutzung von Computer, Musik, Videospielen, Fernsehen, Bücher, Zeitschriften, oder Kino. Dieser Mediennutzung stehen gerade mal 3,75 Unterrichtsstunden gegenüber, umgelegt auf sieben Tage.

Es ist erschreckend wie leichtfertig oftmals Eltern ihre noch sehr kleinen Kinder vor dem Fernseher parken. Das Fernsehgerät ist kein praktischer Babysitter. Bei kleinen Kindern gelangen Informationen absolut ungefiltert ins Gehirn. Der kognitive Kontrollapparat mit dem virtuelle Realitäten bewertet werden können, ist noch nicht ausgebildet. Diese Kontrollfunktionen entwickeln sich erst ab dem 9. Lebensjahr bis zum 26. Lebensjahr. Infolgedessen können Medien, wie Fernsehen, oder auch der Computer einen gewaltigen Einfluss auf Kinder ausüben.

Eltern sollten Mediennutzung kontrollieren

Entsprechend groß ist die Verantwortung, die Eltern haben. Darum sollten Sie als Vater von vornherein darauf schauen, dass Ihre Kinder nur in begrenztem Umfang fernsehen und auch nur in kontrollierten Zeiteinheiten vor dem Computer sitzen. Für den Computer gibt es übrigens sogar Softwareprogramme mit denen Sie die Computerzeiten Ihrer Kinder individuell einstellen können. So ersparen Sie sich manche unnötige Diskussion.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Wenn Sie Ihrem Kind (bei entsprechendem Alter) trotzdem erlauben, die WM mit Ihnen gemeinsam anzuschauen, dann können Sie dies durchaus tun und sagen, dass es sich dabei um eine Ausnahme handelt. In der Regel wird Ihr Kind dies akzeptieren und sich über diese Ausnahme freuen! Danach sollte Sie jedoch wieder auf die Einhaltung von Regeln achten.

Written by Ingrid Neufeld

Die Autorin Ingrid Neufeld ist gelernte Erzieherin und betreibt mehrere pädagogische Blogs. Sie schreibt für Eltern und für alle, die mit Kinder zu tun haben. Zudem hat sie mehrere Kinderbücher veröffentlicht. Auf diesem Blog will sie Väter bei ihrer Erziehungsarbeit unterstützen. - Sie sind jetzt neugierig geworden und wollen wissen, was sie für Sie und Ihr Unternehmen tun kann? Dann sind Sie herzlich auf die Seite www.textdrechslerei.de eingeladen!

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