Technik unterm Weihnachtsbaum: Wie viel Elektronik braucht mein Kind?

Weihnachtsmann Stefan Bayer pixelio

Foto: Stefan Bayer / pixelio.de

Es ist noch gar nicht lange her, da sahen Eltern im Fernseher eine absolute Bedrohung für ihr Kind. Inzwischen gehört das Fernsehgerät in vielen Haushalten zum ganz normalen Begleiter, an dem sich längst nicht mehr die Gemüter erhitzen.

Wenn es jetzt auf Weihnachten zugeht, kehrt die Problematik allerdings wieder zurück, wenn auch in anderer Form. Heutzutage geht es längst nicht mehr um die Frage, ob ein Kind fernsehen darf, oder nicht, es geht vielmehr um die Überlegung: Wie viele Medien verträgt mein Kind und außerdem: Wenn es ein technisches Gerät bekommen soll, welches ist dann das Richtige?

Im Folgenden habe ich einige pädagogisch empfehlenswerte Richtlinien zusammengestellt, die Ihnen bei  Ihrer elterlichen Entscheidung helfen sollen, ob es überhaupt sinnvoll ist, Ihrem Kind ein technisches Gerät zu schenken.

Pädagogisch empfehlenswerte technische Geräte für Kinder:

0 – 3 Jahre:

In dieser Altersgruppe sollten Kinder grundsätzlich nicht fernsehen, auch nicht die Teletubbies und auch nicht „nur wenig“. Die optimale Empfehlung lautet: Kein Fernsehen. Dasselbe gilt für alle anderen technischen Geräte. Davon abgesehen, dass es der hochempfindlichen Technik auch nicht bekommt, wenn das Gerät voll gesabbert wird. Handys, Smartphones und Tablets sind nichts für Kleinkinder. Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass Kleinkinder den Computerumgang von selbst lernen. Reizüberflutung ist nichts Erstrebenswertes. Deshalb sollten Sie Ihr Kleinkind auf jeden Fall von technischen Geräten fernhalten.

4 – 6 Jahre:

Fernsehen: Kürzere Trickfilmsendungen und auch andere überschaubare Kindersendungen dürfen in diesem Alter schon mal geschaut werden. Trotzdem ist es sinnvoll, die Kinder nur gezielt und möglichst selten fernsehen zu lassen. Bleiben Sie als Eltern bei Ihrem Kind. Lassen Sie es keinesfalls alleine vor dem Gerät sitzen. Auch erste PC-Erfahrungen können Kinder in diesem Alter bereits machen. Es gibt sehr viele sinnvolle Lern- und Malprogramme, die Kindern Spaß machen und mit denen spielerisch der Computerumgang eingeübt werden kann. Wichtig ist, dass Sie als Eltern, Ihr Kind anleiten und begleiten.

Grundschulalter:

In diesem Alter können Sie mit Ihren Kindern wöchentlich vereinbaren, welche Sendungen im Fernsehen gesehen werden dürfen. Wählen Sie die Sendungen gemeinsam aus und halten Sie sich dann auch daran. Zur Medienerziehung gehört es, dass Sie als Eltern gute Vorbilder sind. Lassen Sie nicht den ganzen Tag den Fernseher laufen. Ihr Kind übernimmt Ihre Fernsehgewohnheiten, auch die schlechten. Schauen Sie Ihre eigenen Filme, wenn Ihr Kind abends im Bett liegt. Lassen Sie es keine Filme mit anschauen, die ihm nicht guttun. Verzichten Sie dann lieber selber auf den Film, den Sie gerade sehen wollten, wenn dieser Film nicht kindgerecht ist und Ihr Kind mit Ihnen im Wohnzimmer sitzt. Auch was den Computer anbelangt, so können Grundschulkinder in diesem Alter allmählich selbständig mit dem Computer umgehen lernen. Richten Sie ihm ein eigenes Benutzerprofil am Computer ein. Gestalten Sie dieses kindgerecht und räumen Sie ihm bestimmte Zeitspannen ein, in denen es den PC selbständig nutzt. Ein eigenes Smartphone ist im Grundschulalter sicherlich nicht notwendig. Wenn es ein Handy benötigt, weil es von der Schule, oder vom Sport abgeholt werden muss, dann reicht ein Prepaid-Handy dafür vollkommen aus.

10 – 14 Jahre:

Wenn älter werdende Kinder einen eigenen PC bekommen, ist dagegen im Grunde nichts einzuwenden. Wichtig ist es, dass Sie als Eltern trotzdem die Kontrolle darüber behalten, insbesondere was das Internet anbelangt. Hier gibt es jedoch inzwischen viele Anbieter, die kindersichere Zugänge ermöglichen. Da Jugendliche manchmal dazu neigen, ihre Zeit nur noch am Computer zu verbringen, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind auch noch andere Aktivitäten pflegt. Wenn Sie als Vater von Anfang an darauf schauen, dass Sie die Kontrolle darüber behalten, was Ihr Kind tut, dann werden Sie auch dann, wenn Ihr Kind allmählich heranwächst, auf Ihren Sprößling Einfluss nehmen können. Ein eigenes Fernsehgerät sollten Kinder unter 16 Jahren trotzdem nicht bei sich im Zimmer stehen haben. Ein Fernsehgerät im Wohnzimmer hat auch verbindenden Charakter. Die Familie kommt zusammen, um gemütlich gemeinsam einen Film anzuschauen und anschließend darüber zu reden. Wenn jeder in seinem Zimmer sitzt, geht diese Möglichkeit verloren. Außerdem sind Filme, die alleine verarbeitet werden müssen, sehr viel bedrohlicher, als solche, über deren Inhalt man mit anderen reden kann.

Pädagogisch wertvolle Technikgeschenke für Kinder:

Als Extrapunkt sehe ich die in letzter Zeit in Mode gekommenen E-Book-Reader an. Denn dies ist ein technisches Gerät, das tatsächlich sinnvoll ist. Dabei ist es nicht wichtig, für welches Modell Sie sich entscheiden. Das Gute am E-Book-Reader ist, dass der Nutzer zum Lesen angeregt wird. Sie schenken mit einem solchen Gerät Ihrem Kind ein technisches Gerät, das seinen Spieltrieb anregt und gleichzeitig ein Gerät, das zum Lesen einlädt. Auch Lesemuffel werden auf diese Weise spielerisch zum Lesen „gezwungen“. Es ist also ein echter Beitrag zur Leseförderung und deshalb meiner Meinung nach uneingeschränkt „empfehlenswert“.  Natürlich nicht für Nichtleser, doch Kinder, die ihre ersten Leseerfahrungen bereits gemacht haben, können auch etwas damit anfangen. Ein empfehlenswertes E-Book gibt’s auf Weltbild, oder auch auf Amazon, je nach E-Book-Reader.


Written by Ingrid Neufeld

Die Autorin Ingrid Neufeld betreibt als Erzieherin und Sozialpädagogin mehrere pädagogische Blogs. Sie schreibt für Eltern und für alle, die mit Kinder zu tun haben. Zudem hat sie mehrere Kinderbücher veröffentlicht. Auf diesem Blog will sie Väter bei ihrer Erziehungsarbeit unterstützen. - Sie sind jetzt neugierig geworden und wollen wissen, was sie für Sie und Ihr Unternehmen tun kann? Dann sind Sie herzlich auf die Seite www.textdrechslerei.de eingeladen!

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