Als Vater mein Kind verstehen: Was passiert, wenn ein Kind spielt?

Foto: Souza, pixelio.de

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Früher waren Väter ganz selbstverständlich der Ansicht, dass „Kinderspiel“ unwichtig wäre. Ganze Generationen von Vätern nahmen ihre Kinder nicht ernst. Ihre Beschäftigung stuften sie als „unbedeutend“ ein. Inzwischen sind Väter aufgeklärt. Durch Zeitschriften, Medien und sogar Männergespräche sind sie heutzutage im Besitz wertvollen Wissens. Der moderne Vater weiß, dass Kinderspiel keineswegs unwichtige Spielerei ist.

Der moderne Vater will wissen: Was passiert,  wenn ein Kind spielt?

Die Antwort sollte nicht überraschen. Schon die große Pädagogin Maria Montessori verwies darauf, dass das Spiel für Kinder gleichbedeutend mit Arbeit ist. Kann das stimmen? Moderne Väter nehmen diese Behauptung nicht einfach als gegeben hin. Sie wollen wissen, ob und wenn ja, weshalb diese Aussage Gültigkeit hat.

Der moderne Vater weiß: Wenn ein Kind spielt, arbeitet es

Beobachten Sie Ihr Kind und finden Sie heraus, wie Ihr Kind spielt. Schauen Sie sich Ihr Kleinkind an. Sehen Sie wie es nach einem Baustein greift? Es fasst nach ihm, holt ihn zu sich heran und beißt hinein. Wer nur oberflächlich hinschaut, wird ein sabberndes Kleinkind sehen, das gedankenlos auf einem Baustein herumkaut und diesen auch noch mit seinem Speichel verunreinigt. Wenn Sie aber genau hinschauen, sehen Sie ganz andere Abläufe: Ihr Kleinkind erkundet den Baustein. Es hält ihn in der Hand und fühlt seine glatte, raue, oder rissige Oberfläche. Doch die Erkundung mit der Hand ist nicht genug. Das Kleinkind will den Baustein kennenlernen. Was ist das für ein Ding, das es da vom Boden aufgehoben hat? Es lutscht an der Oberfläche und es kaut sogar darauf herum. Danach hopst es möglicherweise mit dem Baustein in der Hand auf und ab. Es sieht aus, als ob sich das Kind riesig über den Baustein freuen würde. Es schüttelt den Baustein und stellt dabei fest, dass er keine Geräusche macht. Als der moderne Vater wissen Sie: Wäre das Kind erwachsen, würde es seine Ergebnisse in einem Forschungsbericht festhalten. Darin könnte stehen: Hartes Material, Kanten, nicht kaubar, geschmacklos, nicht in der Lage, Geräusche von sich zu geben. Verwendungsmöglichkeit: fraglich. Dass man daraus Türme, Häuser und anderes bauen kann, darauf kommt das Kind erst in einem sehr viel späteren Arbeitsschritt. Doch auch bei den ersten Spielversuchen lernt Ihr Kind. Es ist Arbeit, auch wenn es dabei juchzt und sich freut, so bleibt es doch Arbeit.

Wenn Kinder allzu ruhig sind, stellen sie etwas an. Das weiß der moderne Vater, aber auch Mütter können ein Lied davon singen. Denn meist scheint das Resultat, dieser Meinung recht zu geben. Denn wie häufig finden die Eltern dann eine offene Cremedose, deren Inhalt überall verschmiert wurde, oder ausgekippten Müll, der mit viel Hingabe auf dem Küchenboden sortiert wurde, oder ein technisches Gerät, bei dem die Einzelteile nicht mehr zusammenpassen, weil der (meist schon ältere) Sprössling das Gerät unbedingt reparieren wollte. All diese „Untaten“ sind das Resultat einer konzentrierten Arbeit, auch wenn es uns als Erwachsene nicht so vorkommt.

Das kindliche Spiel in den Alltag übernehmen: Arbeit in den Tagesablauf integrieren

Wer davon träumt, in ein paar Jahren in seinen Kindern eine Unterstützung im Haushalt, oder auch beim Herumschrauben an Autos zu haben, sollte diesen kindlichen Arbeitseifer in die richtigen Bahnen lenken. Lassen Sie Ihr Kind helfen. Geben Sie ihm einen Besen in die Hand und lassen Sie den Dreck wegfegen, auch das Wischen mit nassen Lappen macht Kindern häufig großen Spaß. Nur allzu nass darf er nicht sein, sonst gibt es mehr Sauerei, als dass irgendetwas sauber wird.

Ausreichender Schlaf für Kinder: Schaffen macht müde

Kinder sind den ganzen Tag in Bewegung. Sie arbeiten durchgehend. Das schlaucht. Wenn Kinder abends nicht ins Bett gehen wollen, heißt das nicht, dass sie noch nicht müde sind. Es kann auch bedeuten, dass der Punkt für den optimalen Schlafzeitpunkt bereits überschritten wurde. Mit anderen Worten, möglicherweise ist das Kind überdreht. Deshalb sollten Sie Ihr Kind gut beobachten und darauf bestehen, dass es rechtzeitig ins Bett kommt. Sorgen Sie als der moderne Vater für genügend Schlaf. Ausreichender Schlaf ist für die optimale Entwicklung Ihres Kindes wichtig. Außerdem ist ein geregelter Ins-Bett-Geh-Rhythmus auch sehr entspannend für Ihren eigenen Feierabend.

Written by Ingrid Neufeld

Die Autorin Ingrid Neufeld betreibt als Erzieherin und Sozialpädagogin mehrere pädagogische Blogs. Sie schreibt für Eltern und für alle, die mit Kinder zu tun haben. Zudem hat sie mehrere Kinderbücher veröffentlicht. Auf diesem Blog will sie Väter bei ihrer Erziehungsarbeit unterstützen. - Sie sind jetzt neugierig geworden und wollen wissen, was sie für Sie und Ihr Unternehmen tun kann? Dann sind Sie herzlich auf die Seite www.textdrechslerei.de eingeladen!

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