St. Martin – Historischer Held und Vorbild für unsere Kinder

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Laternenumzug Foto: R.Krautheim / pixelio.de

Jan weiß es noch aus seiner eigenen Kindheit: Am liebsten hat er Ritter, oder Batman gespielt und sich gerne an Action-Helden orientiert. Jetzt kann er dieses Phänomen an seinem Sohn wieder beobachten: Auch er spielt sehr gerne mit Helden-Figuren. Da ist der Martinstag genau das Richtige. Ein Feiertag für alle, die Helden mögen. Der historische Martin war Soldat. Also ganz der Held, wie ihn sich kleine Buben gerne vorstellen. Er stammte aus einer römischen Familie. Auch sein Vater war bereits Soldat, genauer gesagt, römischer Offizier. Dadurch wuchs er sozusagen in diesen Beruf hinein, denn nach den damaligen Gesetzen musste er als Sohn eines Offiziers die Militärlaufbahn einschlagen.

Wer war St. Martin – die historische Person des Hl. Martins

Martin wurde 316 / 317 in Sabaria, in Ungarn geboren. Er wuchs im italienischen Pavia auf. Dort erhielt er im Alter von zehn Jahren Unterricht im christlichen Glauben. Mit 15 Jahren kam er nach Mailand, um in der Leibwache von Kaiser Konstantin Dienst zu tun. Obwohl Martin nicht gerade von Christen umgeben war und er selbst auch nicht aus einer christlichen Familie stammte, wuchs sein Glaube immer mehr. Mit achtzehn Jahren wurde er getauft.

Im Jahr 356 sollte er bei Worms gegen die Germanen kämpfen. Wie jedoch Sulpicius Severus in seinem Bericht „Vita Sancti Martini“  schrieb, ließ Martin dem Kaiser folgendes mitteilen: „Bis heute habe ich dir gedient, Herr, jetzt will ich meinem Gott dienen und den Schwachen. Ich will nicht mehr länger kämpfen und töten. Hiermit gebe ich dir mein Schwert zurück. Wenn du meinst, ich sei ein Feigling, so will ich morgen ohne Waffen auf den Feind zugehen.“

Es sind nur wenige Worte, aber sie zeigen, dass Martin alles andere als ein Feigling war. Diese wenigen Sätze eines Zeitzeugen machen zudem deutlich, wie Martin tickte.

St. Martin und die Geschichte mit dem armen Mann

Die Geschichte, die wir alle kennen und deretwegen wir an St. Martin mit unseren Kindern am Laternenzug teilnehmen, ereignete sich in Amiens in Frankreich.

Es soll ein sehr kalter Winter gewesen sein. Martin war außerhalb der Stadt unterwegs. Es wurde schon dunkel, als er zurück in die Stadt wollte. Dort am Tor saß ein armer, frierender Mann. Martin sah, dass er keine wärmende Kleidung hatte. Er wusste, dass dieser Mann möglicherweise die Nacht nicht überleben würde. Es war bitterkalt. Doch auch Martin hatte nichts, was er dem Mann hätte geben können. Da fiel ihm sein eigener Mantel ein. Der war allerdings ein Militärmantel und deshalb Eigentum des Militärs. Doch darüber dachte Martin nicht nach. Kurzerhand nahm er sein Schwert und teilte mit diesem den Mantel mitten entzwei. Den einen Teil schenkte er dem armen Mann, der sich schnell darin einwickelte. Mit dem anderen Teil  umhüllte er sich selbst. Für Martin blieb diese Tat nicht ohne Folgen. Er wurde mit drei Tagen Arrest dafür bestraft. Schließlich hatte er mutwillig Militäreigentum beschädigt. Trotzdem wusste Martin, dass er richtig gehandelt hat. Wir denken noch heute an diese Tat und feiern deshalb noch immer diesen Mann, der spontan und geradlinig richtig handelte. Für unsere Kinder wird Martin zum Vorbild. Er war ein starker Soldat und zugleich jemand, der christlich handelte. Ein Mensch, dem Menschlichkeit wichtiger war als Richtlinien. Er dachte zunächst an den Menschen und handelte so, dass es seinem Nächsten gut ging. Gerade in unserer heutigen Zeit wird Martin zu einem wichtigen Beispiel.

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Written by Ingrid Neufeld

Die Autorin Ingrid Neufeld ist gelernte Erzieherin und betreibt mehrere pädagogische Blogs. Sie schreibt für Eltern und für alle, die mit Kinder zu tun haben. Zudem hat sie mehrere Kinderbücher veröffentlicht. Auf diesem Blog will sie Väter bei ihrer Erziehungsarbeit unterstützen. - Sie sind jetzt neugierig geworden und wollen wissen, was sie für Sie und Ihr Unternehmen tun kann? Dann sind Sie herzlich auf die Seite www.textdrechslerei.de eingeladen!

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